Unerwünschte Arzneimittelwirkungen
UAW unter Sympathomimetika (Kind)
Ein achtjähriges Mädchen mit Asthma bronchiale nahm morgens letzmalig 10ml Clenbuterol/Ambroxol- Saft (Spasmo- Mucosolvan®) ein, dann mittags 1 Sprühstoß Salbutamol DA (entspr. 0,12 mg Salbutamolsulfat). Am Folgetag seien jeweils 4 Stunden nach dem insgesamt 5. und 6. Sprühstoß Unruhe, Zittern und "Beinschmerzen" aufgetreten.
Verdacht auf Unerwünschte Arzneimittelwirkung.
Die Elimination von Clenbuterol aus dem Plasma erfolgt biphasisch mit einer raschen (HWZ 60 min) und einer langsamen (HWZ 34 Stunden) Eliminationsphase. Es ist also von einer additiven Wirkung der beiden Sympathomimetika auszugehen.
Nur 10-20% des korrekt inhalierten Salbutamols erreicht das tiefe Bronchialsystem, der überwiegende Teil des Wirkstoffs wird verschluckt, maximale Plasmaspiegel treten nach 3-5 Stunden auf, passend zur geschilderten Symptomatik.
Unruhe und Tremor sind bekannte Nebenwirkungen einer Medikation mit Betamimetika, in der Fachinformation für Salbutamol sind aber auch "selten" "Muskelkrämpfe" aufgeführt. Zudem können Betamimetika zu einer Hypokaliämie führen, zu deren Symptomen neben muskulärer Schwäche auch Myalgien gehören.
Clenbuterol wird überwiegend unverändert renal eliminiert, Salbutamol sulfatiert (Phase II- Reaktion). Bei der Sulfatierung gibt es keine genetisch determinierte insuffiziente Metabolisierung.
Wenn möglich, erneuter Therapieversuch 7 Tage nach Absetzen des Clenbuterols ("Faustregel" 5 HWZ entsprechend 170 Stunden).
Ggf. inadäquate Atemtechnik ausschließen / Autohaler verwenden ?
Es gibt kein Präparat mit einer geringeren Wirkstofffreisetzung/Sprühstoß.
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