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Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Einschränkung des Geruchs- und Geschmackssinnes nach Einnahme von Blopress® (Candesartan)


Plötzliche, im Verlauf von 24 Stunden, auftretende hochgradige Einschränkung des Geruchs- und Geschmackssinnes.

Anamnese: 54-jähriger Patient mit Hypertonus, KHK, dilatativer Kardiomyopathie, absoluter Arrhythmie und einem nicht insulinpflichtigen Diabetes melitus.

Medikation: Candesartan (Blopress®), Azetylsalicylsäure (ASS®), Beta-Azetyldigoxin (Novodigal®), Carvedilol (Querto®).
Candesartan und Carvedilol waren seit mehreren Monaten zur Therapie des Hypertonus verabreicht worden. Die andere Medikation bestand seit Jahren.

Verlauf: Zum Ausschluß eines hirnorganischen Geschehens wurde eine Kernspintomographie durchgeführt. Es ergab sich kein pathologischer Befund. Die HNO-Untersuchung zeigte Funktionseinschränkungen des N.glossopharyngeus, N.facialis und Nn.olfactorii. Der gleichzeitige idiopathische Ausfall von 3 Hirnnerven wurde als sehr unwahrscheinlich angesehen. Da Störungen des Geschmackssinnes für Angiotensin-II-Antagonisten beschrieben sind, wurde ein Auslaßversuch von Candesartan vorgenommen. Ungefähr 10 Tage nach Absetzen der Substanz war der Geschmackssinn des Patienten subjektiv nicht mehr gestört.
Erst zu diesem Zeitpunkt erinnert der Patient, bereits eine ähnliche Symptomatik nach Einnahme eines ACE-Hemmers gehabt zu haben. Nach Absetzen war die Geschmacksstörung reversibel.

Bewertung: Ein Zusammenhang zwischen der Symptomatik und der Einnahme von Candesartan ist wahrscheinlich.